Arbeitskreis "Design bleifreier Baugruppen / umweltfreundliche Fertigungsverfahren" im FED

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Inhaltsverzeichnis

Leitung

Klaus Dingler

Arbeitskreisziel

Der Arbeitskreis AK-Bleifrei wurde im Februar 2000 in Berlin unter der Leitung von Klaus Dingler, mit dem Ziel gegründet, zu untersuchen ob in der Fertigung bleifreier Produkte eine Designänderung notwendig wird. 2004 wurde, um das Thema zu intensivieren, ein Verbundprojekt mit dem Fachkreis Blei-Freie-Elektronik BFE ins Leben gerufen.

Der Arbeitskreis berichtet im FED-Wiki über seine Arbeit zum Thema "Bleifrei" und umweltfreundliche Fertigungsverfahren. Die für seine Arbeit notwendigen Rahmenvorschriften sind in den EU-Richtlinien WEEE und RoHS und in der nationalen Umsetzung dieser beiden im ElektroG beschrieben. Hinweise zu Rücknahmevorschriften und Entsorgungskosten sind auf der Homepage des ZVEI unter Elektro- und Elektronikaltgerätezu finden.

Im Rahmen der europäischen IPP ( Integrierten Produkt Politik )sind die nächsten weitergehenden Schritt für eine umweltfreundliche Gestaltung der Elektro-und Elektronikprodukte die EuP und die REACH.

Beiträge zum Thema "Bleifrei" und den peripheren Randgebieten, sowie zur umweltfreundlichen Gestaltung der Elektroprodukte ( also in der Gesamtheit RoHS/WEEE/EuP ) finden sich in den Berichten der Regionalgruppen und den vom FED veröffentlichten Fachartikelnund unter der Rubrik Downloads. Fachartikel und Literatur zum Thema, sowie ein Bleifrei-Kompendium ( Sammlung aus den Manuskriptbänden der jährlichen FED-Konferenzen und Tutorials als CD-ROM ) sind über den FED-Shop zu beziehen.

Ergänzende Aktivitäten nach der Umstellung auf die Bleifrei-Technologie am 01.07.2006 bieten die nachfolgenden Seminare, die die logistischen Auswirkungen und die zur Abhilfe treffenden Maßnahmen behandeln.

  • Professionelle Beschaffung elektronischer Baugruppen
  • Der transparente Wertschöpfungsprozess
  • Praxisorientierte Prozesserneuerung
  • Der Weg zur erfolgreichen Einführung des ECO-Designs

durch, siehe auch FED-Terminkalender.


Nach Erreichen des Stichtages 01.07.2006, Inkrafttreten des RoHS-Anteiles im ElektroG, bzw. der RoHS, hat der Arbeitskreis seine Arbeit beendet. Zum Abschluss wurde ein Kurzbericht erstellt. Der ausführliche Bericht über alle durchgeführten Untersuchungen ist im FED-Shop zu beziehen.

Für weitere Hilfen und Fragen zu Problemen zur Bleifrei-Technologie steht der FED und auch der Leiter des Arbeitskreises Klaus Dingler natürlich weiterhin zur Verfügung.

Weitere Informationen über die Verbote der RoHS, damit auch der Bleifreiheit von Elektro- und Elektronikprodukten, sind unter dem Artikel RoHS zu finden. Der FED-Arbeitskreis Umweltgesetzgebung beobachtet und informiert in der Zukunft über die neuen Entwicklungen zur Gestaltung umwelt- und gesundheitsfreundlicher Baugruppen und Geräte.

Weitere Quellen für Berichte und Erfahrungen

Das ZAVT hat für die Umstellung auf Bleifrei-Technologie ein 10-Punkte-Programm erarbeitet.

Ergebnise zum Schablonendruck mit bleifreien Pasten sind von der DEK-Webseite herunterrladbar

Wichtige Information

Weitere Hinweise und Informationen sind in den Artikeln EU-Richtlinie 2002/95/EG, Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG) und EU-Richtlinie 2002/96/EG zu finden.


Über das FED-Forum ist eine interessante und umfangreiche RoHS-Bibliothek mit vielen Artikeln, Hinweisen und Buchverweisen bekannt geworden.


Das CODEMERCs-Forum hat auf seiner Homepage ein öffentliches Diskussionsforum, in dem auch die Probleme bezüglich RoHS/WEEE angesprochen werden.


Auf Grund vieler Klagen von Klein- und Mittelständischen Unternehmen über die finanziellen Aufwendungen für die Erfüllung der RoHS/WEEE, bzw. des ElektroG hat die ELEKTRONIK den Petitionsausschuss des Bundestages angeschrieben. Nach der Veröffentlichung kann die Petition durch Unterschriften bekräftigt werden.


Der Arbeitskreis des IZM/Fraunfofer hat neue Informationen auf seiner WEB-Seite für die Umstellung und Gesetzgebungen anderer Länderauf die Bleifrei-Technologie bereitgestellt.


Der Stand der Umsetzung von RoHS und WEEE in den Mitgliedsstaaten sind in den des dti ( Department of Trade and Indutry ) Perchands Reports einzusehen.


Das Protokoll der letzten Stakeholderabstimmung vom 15.02.06und auch alle anderen Protokolle werden auf der WEB-Seite des dti veröffentlicht.


ZVEI und ORGALIME haben in Zusammenarbeit eine Broschüre über den Anwendungsbereich der WEEE und der RoHS erstellt. Der Guide ist nach Registrierung als Download "A Guide to practical understanding of scope of WEEE & RoHS" oder direkt als Update Oktober 2006hier verfügbar.


EIA, JEDEC, EICTA und JGPSSI haben sich auf einen Standard zur Kennzeichnung, Joint Industry Guide, gefährlicher Stoffe geeinigt


Es sollte auch nicht verschwiegen werden, dass sich Anti-RoHS-Meinungen bilden und entsprechende Kommentare aber auch viele nützliche Hinweise auf Artikel zum Thema Bleifrei auf einer USA-Homepage zu finden sind.


ELFNET und COST531, ein Netzwerk von 60 europäischen Universitäten, stellen eine Datenbank zu Eigenschaften der SnAgCu-Legierungen zur Verfügung.


Ein Bericht über den 2005 begonnenen Prüfvorgang ist auf den Internetseiten der ausführenden Institute ist mit dem Titel Implementation of the Waste Elektric and Electronic Equipment in the EU veröffentlicht.


Nach mehreren Stakeholder Consultations sind Ende 2005 Ausnahmen für Produkte in bezug auf Schadstoffe zugelassen worden. Weitere Ausnahmen sind im Oktober 2006 ( hier in Kurzform deutsch) bekannt gegeben worden, unter anderem die Beschichtung von Leadframes von Fine-Pitch-Bauteilen mit SnPb.


Zurzeit wird die Befragung von ELFNET für den "Statusbericht Bleifrei 2006" durchgeführt. Das IZM Berlin bittet dabei um Mithilfe. Der entsprechende Fragebogen kann vom Internet heruntergeladen werden. Der im Februar 2006 abgeschlossene Statusbericht 2005 steht zur Verfügung.


Vom BITKOM, Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., ist mit Stand vom 20.11.2006 ein Leitfaden für die Stoffverbotsrichtlinie (RoHS) herausgegeben worden.


Ab 02. Januar 2007 ist die WEEE in das nationale britische Recht umgesetzt worden. In einigen Bereichen weicht es von der europäischen Fassung ab. Auch hier sind gesetzliche Fristen zu beachten. Eine umfassendere Mitteilung der Kanzlei Luther ist hier einzusehen.


Das Fraunhofer ISIT in Itzehoe befasst sich intensiv mit dem Thema "bleifrei" und bietet entsprechende Seminare an. Mit der neuen Initiative "Life-LEADFREE" wird das vorhandene Konzept erweitert und ausgedehnt auf Pastendruck, Bestückung und AOI (automatische optische Inspektion), aber auch auf Design- und Logistik-Maßnahmen wie LCA (Life Cycle Analyse) und EMAS (Environmental Management & Audit-System);

Kostenverordnung

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat am 19. Dezember 2006 die „Erste Verordnung zur Änderung der Kostenverordnung zum Elektro- und Elektronikgerätegesetz“ erlassen.

Damit ist zum 1. Januar 2007 die neue Fassung der Kostenverordnung zum Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroGKostV) in Kraft getreten. Die nun geltende Fassung enthält u.a. folgende Änderungen:

  • Generelle Senkung der Gebühren; u.a. in für Hersteller besonders bedeutsamen Bereichen (z.B. Gebühr nach Nr. 1.04.a Vollprüfung einer hersteller-individuellen Garantie urspr. € 455,00 gem. ElektroGKostV n.F. € 300,00)
  • Aufnahme eines weiteren Gebührentatbestandes: Nr. 1.04.f „Prüfung der Glaubhaftmachung nach § 6 Abs. 3 S. 2 ElektroG“. Herstellern von b2b-Geräten wird damit eine weitere Gebühr (i.H.v. € 250,00) auferlegt.
  • Differenziertere Regelung für den Erlass und die Ermäßigung von Registrierungsgebühren aus Billigkeitsgründen

Die offiziellen Fassungen des BMU sind unter Begründung, Lesefassung und offizieller Kostenverordnung einzusehen.


Änderung der Kostenverordnung

in vorstehender Angelegenheit wollen wir Sie auf einige aktuelle Entwicklungen aus der Praxis zum ElektroG aufmerksam machen: Ein Entwurf zur Änderung der (bereits schon novellierten) Kostenverordnung zum ElektroG vom 27. September 2007 sieht eine Senkung der Verwaltungsgebühren um bis zu 40 % vor. Dies betrifft jeden der im Anhang zur Kostenverordnung aufgeführten Gebührensätze, einschließlich der Kosten für Bereitstellungs- und Abholanordnungen sowie Stammregistrierungen. So sollen die Gebühren für Abholanordnungen von EUR 52,00 auf EUR 32,00, die Kosten für Stammregistrierungen von EUR 150,00 auf EUR 90,00 gemäß dem vorliegenden Entwurf sinken. Das federführende Bundesumweltministerium stimmt diesen Entwurf derzeit mit den beteiligten Bundesressorts ab. Dass eine Vielzahl der auf dem Markt vertretenen Hersteller und Vertreiber von Elektrogeräten sich die Gebühren gleich ganz gespart haben, zeigen die verstärkt beim UBA eingehenden Anzeigen unterlassener Registrierungen. Diesen ' Trittbrettfahrern 'droht nicht nur ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit erheblichen Geldbußen, sondern können überdies zivilrechtlich von registrierten Wettbewerbern belangt werden. Im Frühjahr hatte das OLG Düsseldorf eine Abmahnung auf Grundlage des UWG in einem entsprechenden Fall zugelassen. Unternehmen bietet sich damit eine effektive und erfolgversprechende Möglichkeit, gegen Wettbewerber vorzugehen, die sich rechtswidrig den Pflichten des ElektroG entziehen.

Für Fragen zu diesem Thema steht die Kanzlei Luther zur Verfügung

Zum 01.Januar 2008 ist die zweite Änderung der Kostenverordnung in Kraft getreten.

Zur Kostenverordnung sind vom Verwaltungsgericht Ansbach und vom Amtsgericht Sessau-Roßlau weitreichende Urteile gefällt worden. Im ‎Newsletter September der Kanzlei Luther sind diese dargestellt worden.

Wie der Newsletter Dez.2011‎ der Kanzlei Luther berichtet, sollen in 2012 im Rahmen der vierten Verordnung zur ElektroGkostV die gebühren für Handlungen der EAR umca. 15% gesenkt werden.

Überarbeitung der Vorschrift

Von der Kanzlei Luther wird aktuell mitgeteilt,die Europäische Kommission beschäftigt sich derzeit intensiv mit einer Überarbeitung der Richtlinien 2002/96/EG (WEEE) und 2002/95/EG (RoHS). Erwartet wird eine teilweise Novellierung beider Richtlinien. Der Entwurf wird durch die Kommission Juni 2008 erwartet.Danach noch 2 Stakeholderconsultationen vor der Entscheidung durch EU-Rat und EU-Parlament. Konkrete Themengebiete für die Überarbeitung der Richtlinie sind aus Sicht der Kommission die Folgenden:


RoHS

  • Einbeziehung medizinischer Geräte sowie Überwachungs- und Kontrollinstrumente in den Geltungsbereich der RoHS (Gerätekategorien 8 und 9). Weitere Informationen bietet der Final Report of Evaluation und der Final Report of Evaluation of Involvement Medical Devices and Monitoring Equipment.
  • Erweiterung der Liste der in ihrer Verwendung eingeschränkten Stoffe;
  • Aufnahme von Begriffsdefinitionen (z.B. "auf den Markt bringen", "Ersatzteil");
  • Abkopplung der RoHS von der Richtlinie 2002/96/EG (WEEE). Untersucht werden soll, ob eine Trennung Verwaltungskosten und inhaltliche Widersprüche vermeiden kann;
  • Die bereits bestehende Ausnahme nach Art. 2 Abs. 3 für Ersatzteile soll als sog. "repair-as-produced"-Prinzip ausgeweitet werden. Beispielsweise soll die Ausnahme nach Art. 2 Abs. 3 auch dann eingreifen, wenn im Anhang der RoHS geregelte (technische) Ausnahmen auslaufen (5 Jahre) oder anderweitig aufgehoben werden, so dass nach bestehender Rechtslage bestimmte Ersatzteile dann nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnten.

Die von der RoHS-Richtlinie betroffenen Kreise sind durch die Kommission eingeladen, durch Stellungnahmen und die Bereitstellung von Informationen an der laufenden Beratung mitzuwirken. Eingegangen sind ca. 50 Zuarbeiten aus der Industrie, den Mitgliedsstatten und Institutionen außerhalb der EU. Weiterführende Informationen hierzu finden sich hier.

Die Industrie hat vorgeschlagen, weitere Stoffverbote nicht unter der RoHS, sondern unter REACH vorzunehmen.

Die letzte Stakeholderrunde wurde mit 7 Ausnahmeanträgen im August abgeschlossen.

Inzwischen wurde die 1.Version eines Manual of Decision zum Geltungsbereich der RoHS veröffentlicht.

Die Überprüfungen aller bestehenden Ausnahmen und einiger neuer Anträge werden in der Zeit zwischen November 2007 und Oktober 2008 gemäß dem Art. 5 (1)(c) durchgeführt.Die letzte Konsultation ist im April 2008 geschlossen worden. Dazu sind hier Informationen zur WEEE und RoHS und ein Bericht des Ökoinstituteszu finden .

Bei der Einreichung von Ausnahmeanträgen ist zu beachten, dass

  • keine Ausnahme möglich ist, wenn an einer Stelle eine RoHS-konforme Lösung vorhanden ist,
  • der Begutachtungsprozess länger als 1 Jahr dauern kann
  • alle Ausnahmen periodisch überprüft und revidiert werden können

Anfragen ob Materialien oder Produkte unter die WEEE- / RoHS-Anforderungen fallen werden von der TAC und der Kommission nicht beantwortet. Zur Klärung kann hier das FAQ-Dokument der Kommission, bzw. die Webseite der EAR beitragen.

Zu den Ausbahmeanträgen und den Regeln für die Ausnahmen ist auf der FED-Homepage ein Vortrag vom IZM-Berlin zusammen mit einer Checkliste für Fragen zu einer zusätzlichewn Befreiung zum herunterladen bereitgestellt.


WEEE

Für das Jahr 2008 ist eine Überarbeitung der WEEE-Verordnung vorgesehen. Die Europäische Kommision bereitet sich auf ein Review der WEEE durch öffentliche Erhebung vor. Die Begutachtung der Ausnahmeanträge der 2. bis 7. Stakeholder Consultation sind im Oktober 2007 abgeschlossen worden. Die Ergebnissse sind derStudie zu entnehmen.


In dem inoffiziellen TAC-Protokoll wird eine Änderung der WEEE mit abgestimmten Text zum Ende 2008 angekündigt. Zuarbeit dazu durch die Studie von ARCADIS ECOPLAS/RPAfür DG Unternehmen. Drei weitere Studien werden dabei Beachtung finden.

  • Auswirkungen der Richtlinie aus ökologischer,ökonimischer und sozialer Sicht
  • Studie zur Compliance in 4 Mitgliedsstaaten
  • Auswirkung auf Innovation und Wettbewerb in der EU


Die Kanzlei Luther teilt in ihrem neuesten Newsletter mit:

Konsultationsverfahren zum WEEE-Review abgeschlossen

Die Europäische Kommission will noch im Laufe des Jahres Vorschläge entwickeln, wie die Richtlinie 2002/96/EG (sog. Waste Electrical and Electronic Equipment - Richtlinie) fortgeschrieben werden kann. Mitgliedstaaten, Unternehmen und Verbände konnten bis Anfang Juni durch Stellungnahmen und die Bereitstellung von Informationen zu technischen und wirtschaftlichen Erfahrungen an dem laufenden Revisionsverfahren mitwirken. Im einzelnen waren die Beteiligten eingeladen, zu folgenden Themenblöcken Stellung zu nehmen: Zielvorgaben für die Sammlung, Verwertung und Wiederverwendung von Elektroaltgeräten Anwendungsbereich der Richtlinie Herstellerverantwortung Anforderungen an die Behandlung von Elektroaltgeräten

Bundesregierung mahnt Zurückhaltung an

Da die bisherige Datenbasis für eine umfassende Prüfung der Umsetzung der WEEE-Richtlinie aus Sicht der deutschen Bundesregierung unzureichend ist, sollte nach ihrer Auffassung mit Änderungsvorschlägen sehr zurückhaltend umgegangen werden. In ihrer Stellungnahme spricht sie sich dafür aus, dass Kühlgeräte zukünftig gemeinsam gesammelt und verwertet werden und nicht mehr wie bisher getrennt nach FCKW-haltigen und FCKW-freien Geräten. Sie empfiehlt zudem, bislang rechtlich unverbindliche Definitionen aus der Auslegungshilfe "FAQ's on RoHS and WEEE" der Kommission in den Richtlinientext zu überführen, um so bestehende Unsicherheiten bei der Bestimmung des Anwendungsbereichs zu beseitigen.

Weiteres Verfahren

Es wird erwartet, dass die Kommission spätestens gegen Ende des laufenden Jahres einen Richtlinienentwurf mit Änderungsvorschlägen an das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten zur weiteren Beratung übermittelt. Das Novellierungsverfahren soll noch vor dem Ende der auslaufenden Legislaturperiode des Europäischen Parlaments zum Abschluss gebracht werden. Die nächsten Europawahlen finden Anfang Juni 2009 statt.

Weitere Informationen

  • Die Bundesregierung hat dazu am 03.06.2008 wie folgt Stellung genommem.
  • Die übrigen Stellungnahmen sind von der Kommission veröffentlicht worden und online abrufbar
  • Eine Pressemitteilung der Kommission mit weiteren Verweisen zu diesem Thema finden hier

ELV - Altautorichtlinie

Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über Altfahrzeuge

Änderung des Anhanges II

Die bisher geltende Ausnahme 8, Blei in Loten auf Leiterplatten und anderen elektrischen Anwendungen, soll geändert werden.

Empfehlung der Gutachter

  • Inhaltliche Übernahme der Ausnahme für Blei in Loten auf der Leiterplatte und Revision in 2010, bzw. Blei in Loten zur Anwendung auf Gläsern 2009.
  • danach mindestens 50% der Leiterplattenfläche in neu typ-zugelassene Fahrzeuge ab 2013
  • und ab 2016 in neu typ-zugelassene Fahrzeuge nur noch 10% der Leiterplattenfläche.
  • Ausnahme bleibt die Verwendung von hochschmelzenden Bleiloten gemäß der RoHS-Richtlinie.

Beschluss der Kommission

  • Geltungsbereich der Ausnahme für Fahrzeuge mit Typ-Zulassung vor dem 31.12.2010 und deren Ersatzteile
  • Fahrzeuge mit Typ-Zulassung nach dem 31.12.2010 kein bleihaltiges Lot mehr auf den Leiterplatten
  • keine Ausnahme für hochschmelzende Bleilote, hier aber noch einmal eine Revision im Jahre 2009
  • Analog gilt dieses auch für Blei in Loten zur Anwendung auf Gläsern


RoHS, ELV, EuP und WEEE - Die aktuelle Gesetzeslage und Ausblick in die Zukunft.

Die Aktualität der Situation bezüglich der RoHS, der ELV, der EuP und der WEEE hat nicht an Bedeutung verloren und das Interesse an diesen Richtlinien zum Schutze der Umwelt ist ungebrochen. Zeugnis dafür war die rege Teilnahme an einem Workshop auf der 16. FED-Konferenz 2009 in Bamberg. Der Referent Herr Dr. Deubzer,Fraunhofer IZM Berlin - Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration - gab einen Überblick über die derzeitige Gesetzeslage, die geplanten und laufenden Reviews und die Prozedur durch die Institutionen bei Einreichung eines Ausnahmeantrages, bzw. Durchführung eines Reviews. Der Bericht über den Workshop und die Vortragsfolien können eingesehen und heruntergeladen werden.


Der nachfolgende Artikel ergänzt, bzw. konkretisiert die im vorstehenden Absatz und in den über den Link einzusehenden Bericht die dort genannte aktuelle Situation. Dr. Deubzer - Fraunhofer IZM Berlin - Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration - berichtete auf der 21.BFE-Tagung über die bis Mitte 2010 geplante komplette Überarbeitung der RoHS-Richtlinie und in diesem Zusammenhang auch über die Überarbeitung der ELV ( Altauto-Richtlinie ). Eine der wichtigsten Merkmale der Überarbeitung ist, dass Ausnahmen nur noch mit einem Auslaufdatum genehmigt werden. Der längste Zeitraum für eine Genehmigung beträgt 4 Jahre. Das Jahr 2014 gilt nach in Kraft treten im Jahr 2010 der Richtlinie als Deadline. Der Bericht und die die Vortragsfolien auf der FED-Homepage eingesehen und herunter geladen werden.

In einem Vortrag auf der FED-Konferenz 2010 in Fellbach hat Herr Dr. Deubzer, IZM-Fraunhofer Berlin, den aktuellen Stand und die Änderungen in der Umweltgesetzgebung vorgestellt und erläutert. Alle Richtlinien, RoHS, WEEE, ELV, REACh und ErP, sind davon betroffen. Während in den ersten drei Verordnungen die aufgeführten Schadstoffe verboten sind, ist in der REACh-Verordnung die Informationspflicht für die Downstream User über die in der SVHC-Kandidaten-Liste enthaltenen Stoffe vorgeschrieben. In den ErP-Durchführungsmaßnahmen sind die energierelevanten Vorgaben zu beachten. Die Vortragsfolien mit vielen hilfreichen Links zu den Quellen für die Neufassungen der Richtlinien, den aktuellen Informationen zur ErP-Richtlinie und Literatur und Quellen zu REACh sind hier einzusehen.

China-RoHS / Südkorea-RoHS

Den neuesten Stand der China-RoHS und den Stand in anderen Ländern finden sie hier und die inoffizielle Übersetzung der chinesischen Vorgaben, sowie einen Kurzbericht über den IZM Workshop am 25.10.2006. Weitere interessante Fachartikel sind auf der Webseite des FED unter Download zu finden.


In einer inoffiziellen Übersetzung in englische Sprache können die Inhalte der China-RoHS eingesehen werden. Die offizielle Fassung gibt es nur in chinescher Sprache.

Weitere Informationen zu

Die europäische Elektroindustrie ist ab sofort mit einem Büro in Peking vertreten. Die Repräsentanz „EuropElectro“ wird vom ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie geführt. Ziel ist es, Informationen über die technische Gesetzgebung für Elektroerzeugnisse, die zugrunde liegenden chinesischen Normen und die angewandten Zertifizierungsverfahren aus erster Hand zu beschaffen. Siehe hierzu eine Mitteilung aus den Elektronikpraxis News


Die FED-Geschäftsstelle hat zur Information die ersten 8 wichtigen Schritte zur Konvertierung der EU-RoHS in die China-RoHS in die deutsche Sprache übersetzt.

Ende September 2009 ist zur Umsetzung der 2.Stufe der China-RoHS der erste Produktkatalog veröffentlicht worden. Es sind viele Ähnlichkeiten zu den Europäischen Anforderungen zu erkennen.


Nach der China RoHS ist auch die Südkorea-RoHS am 27.04.2007 verabschiedet worden. Sie wird am 01.01.2008 in Kraft treten. Sie übernimmt die EU-Richtlinien WEEE, RoHS. Zusätzlich ist aber die EU-ELV (Altauto-Richtlinie ) mit einbezogen, d.h. auch die Autoindustrie muss die Vorgaben beachten. Das ELV-Gesetz nennt vier gefährliche Stoffe in allen PKW, VANS und LKW bis 3,5t Gewicht. Die Ausnahmen entsprechen denen in der EU-ELV. Bis zum 31.12.2009 muss der Anteil der recycelbaren Stoffe 85% betragen, danach dann 95%. Eine Deklaration der Inhaltstoffe gilt als Grundlage für die Überprüfungen. Eine englische Übersetzung ist verfügbar. Weitere Informationenzum nachlesen.

Erst Ende des Jahres 2007 ist die Verordnung und Vorschrift zur Umsetzung der Richtlinie veröffentlicht worden. Damit verschiebt sich der Termin des in Kraft tretens auf den 01.07.2008. In den Verordnungen sind die betroffenen Produkte und in den Vorschriften die Umsetzungsregularien aufgeführt. Hilfe bietet ein Helpdesk der EU

Damit haben vier Länder eine RoHS verabschiedet: Die EU, der USA-Staat Kalifornien, China und Südkorea.

Norwegische RoHS ( PoHS)

Die norwegischen Behörden informierten am 8. Juni 2007 die WTO (Welthandelsorganisation) über ihr Vorhaben, 18 Substanzen in Norwegen aus Konsumgütern zu verbannen. Es wird nur wenige Ausnahmen dazu geben. Die Verordnung trägt den englischen Titel „Prohibition on Certain Hazardous Substances in Consumer Products (PoHS)“. Der abgeänderte Titel weist darauf hin, dass die Verordnung keine Kopie der europäischen RoHS ist, sondern bei Konsumgütern inhaltlich weit darüber hinaus geht. Von den 18 Stoffverboten sind nur zwei in der RoHs zu finden ( Blei uns Cadmium ). Weitere für die Elektro- und Elektronikindustrie relevante Stoffe sind

  • 1. Arsen (Galliumarsenid-Bauteile)
  • 2. Nicht-reaktives (non reacted) TBBPA (Tetrabrombisphenol A, Flammhemmer in FR4-Leiterplatten)
  • 3. HBCD (Hexabromcyclododecan, Flammhemmer)
  • 4. DEHP (Diethylhexylphthalat, PVC-Plastifikator)
  • 5. Bisphenol A (Monomer für Polycarbonat)
  • 6. Blei (in allen Konsumgütern, die nicht schon von der RoHS betroffen sind, Ausnahme Medizintechnik)
  • 7. Cadmium (in allen Konsumgütern, die nicht schon von der RoHS betroffen sind, Ausnahme Medizintechnik)

Als Konsumgüter gelten alle Produkte die für Konsumzwecken bestimmt sind, bzw. als Konsumgüter Anwendung finden. Die PoHs ist der RoHS untergeordnet, d.h für die Grenzwerte von Blei und Cadmium gelten die RoHS-Vorgaben, für die anderen Stoffe müsen die PoHS-Forderungen beachtet werden. Der Entwurf der PoHS soll bis zum 15.12.2007 beschlossen werden und am 1.1.2008 in Kraft treten.

Ein ausführlicher Artikel ist auf der FED-Homepage zu finden.

Informationen und Hinweise

Nach Konsultationen mit der Industrie ist der Termin des in Kraft tretens ohne Terminangabe verschoben worden.


Türkei-RoHS

Wie die Kanzlei Luther im Newsletter Oktober 2008 berichtet, beabsichtigt auch die Türkei die Einführung der RoHS. Nachfolgend der Wortlaut des Newsletters:

Türkei erlässt eigene RoHS

Die Türkei hat eine eigene Regelung zu Stoffverboten in Elektro- und Elektronikgeräten verkündet. Diese im Amtsblatt Nr. 26891 der Republik Türkei veröffentliche Verordnung wird im Juni 2009 in Kraft treten. Der Regelungsinhalt entspricht weitestgehend der europarechtlichen Richtlinie 2002/95/EG (sog. „Restriction of the use of certain hazardous substances“- Richtlinie). Die "Türkei-RoHS" beschränkt die Verwendung der Stoffe Cadmium, Blei, Quecksilber, Chrom-VI sowie PBB und PBDE in den gleichen Kategorien von Elektro- und Elektronikgeräten, für die auch die "EU-RoHS" gilt.

Ausnahmen ähnlich der EU-RoHS

Auch die Ausnahmen vom Anwendungsbereich der Türkei-RoHS sind an das Europarecht angelehnt. Das bedeutet: die Stoffwertgrenzen gelten nicht für die Kategorien Medizinprodukte sowie Überwachungs- und Kontrollinstrumente und die Türkei-RohS enthält einen Katalog mit von den Stoffverboten freigestellten Verwendungszwecken, die wiederum weitestgehend denen der EU-RoHS entsprechen. So ist zum Beispiel der Einsatz von Blei in Bildschirmröhren von beiden RoHS ausgenommen. Jährliche Mitteilungspflichten für Hersteller

Abweichend von der EU-RoHS sieht die Türkei-RoHS bestimmte Mitteilungspflichten für Hersteller vor. Diese müssen jährlich gegenüber dem türkischen Umweltministerium die Konformität ihrer Produkte mit den Vorschriften der Türkei-RoHS bestätigen. Die Verordnung enthält hierfür als Anhang ein entsprechendes Musterformular.

Weitere Regelungen für Elektroaltgeräte

Zur Zeit arbeitet die Türkei an einer Umsetzung der Elektroaltgeräte-Richtlinie 2002/96/EG (sog. "Waste Electrical and Electronic Equipment" - Richtlinie). Eine Verkündung entsprechender Regelungen wird ebenfalls für 2009 erwartet.

Whiskerbildung

Zum diesem immer wieder diskutierten Thema sind nachfolgende Ausarbeitungen und Berichte zur Information aufgeführt.

JEDEC und IPC gaben Zinn-Whisker-Akzeptanz-Richtlinien heraus Diese sollen den Firmen helfen die Whisker-Gefahr zu erkennen und in bleifreien Produkten zu reduzieren. Die Dokumente im Einzelnen.


In einem Bericht der INEMI wird über die Bleifrei-Anschlüssse von Bauelementen in Bezug auf Whiskerbildung berichtet und entsprechende Vorschläge zur Verminderung ausgesprochen.

Die Firma Philips hat in einem Statement zu der Whiskerproblematik Stellung genommen.

Schablonendruck

Wichtige Erkenntnisse für den Schablonendruck mit bleifreien Pasten hat die DEK in ihren Untersuchungen gesammelt. Der Bericht (Anforderungen an Schablonen in einem bleifreien Schablonendruckprozess) kann von der DEK-Webseite heruntergeladen werden.


Kontaminierungen von Lötverbindungen

In welchen Grenzen Blei die Qualität von bleifreien Lötverbindungen beeinträchtigen kann, wird in einem Artikel von Dr. Reichel,in der Elektronikpraxis beschrieben.


IPC-Studie über Kontaminierungsgrenzen

Gemeinsam mit einigen Firmen der Lötbranche hat das IPC Solder Product Value Council ein Forschungsprogramm zu bleifreien Loten Take Action Limits ( TAL ) ins Leben gerufen. Nach Aussagen ist dieses Projket für alle Firmen interessant, die Selektiv- oder Wellenlötanblagen einsetzen.Der Einfluss von Verunreinigungen auf die Qualitätsparameter wird untersucht. Die Grenzwerte werden ermittelt und Empfehlungen für die Lotlegierungen gegeben. Im Mittelpunkt stehen Test für die Benetzungszeit und der Oberflächenspannung, zur Ermittlung der Abhängigkeit der Brückenbildung von der Kupferkonzentration der Lotlegierung. Die IPC plant die Ergebnisse im I.Quartal 2008 zu veröffentlichen. Weitere Informationen sind unter der e-Mail-Adresse tonyhilvers@ipc.org zu erhalten.

Konvertierung bleihaltiger in bleifreie Bauteile

Zum Problem der Verwendung von Lagerbeständen von Bauteilen mit bleihaltigen Anschlüssen haben die Firmen E-Certa Inc und Sanmina-SCI in den USA eine Studie durchgeführt, die das Ergebnis zeigt, dass bleihaltige Bauteilanschlüsse in bleifreie Bauteilanschlüsse konvertiert werden können. Die Studie trägt den Titel Evaluation of Stripped and Replated Component Termination Finishes. Sie befasst sich mit der Konvertierung an SOIC-Bauteilen. Die Studie ergab, das die Bauteile während des Prozesse nicht geschädigt wurden. Eine Videopräsentation und die Zusammenfassung des Sanmina-Berichtes ist auf der Homepage von E-Certa und der Homepage von Sanmina-SCI zu finden.

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