Korrektes Zitieren im Mailverkehr

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wenn jemand auf eine Nachricht antwortet, sollte er, gerade wenn die Nachricht an Mailinglisten gerichtet ist, die Nachricht, auf die er sich bezieht (die sog. Originalnachricht), korrekt und ausreichend (aber nicht zu viel, halt gerade ausreichend) zitieren (engl.: "to quote", Jargon: "quoten"). Bei einem einfachen "Ja!" weiß der Empfänger sonst nicht unbedingt, dass diese Nachricht die Antwort auf eine vor drei Tagen gestellte Frage sein soll.

Aber Achtung, nicht zum Vollquottel werden! (siehe weiter unten)

Der Antwortende sollte nur die Teile der Nachricht aufführen (zitieren), auf die er sich bezieht, und seine (Teil)-Antwort jeweils direkt unter das (Teil)-Zitat schreiben.

Es ist durchaus beabsichtigt, dass der Antwortende nicht benötigte Textpassagen auch nicht zitiert und die Nachricht somit auf das Wesentliche der Originalnachricht beschränkt - dies sollte aber selbstverständlich nicht dazu ausgenutzt werden den eigentlichen Sinn der Originalnachricht zu verfälschen. Nicht zitierte Textpassagen der Originalnachricht werden üblicherweise durch [...] in der Antwort ersetzt.

Als Zitatzeichen (engl.: "quotation marks"), welche dazu dienen, die (Zitat)-Teile der Originalnachricht gegenüber dem Rest der Nachricht auszuzeichnen, ist das ">", gefolgt von einem Leerzeichen üblich und in RFC ??? standardisiert. Man lässt, wegen der Übersichtlichkeit, eine Leerzeile zwischen Zitat-(Teil) und der eigenen (Teil)-Antwort.

Auf diese Art und Weise formatiert, liest sich Ihre Nachricht dann wie die Niederschrift eines Protokollanten, auch wenn die Zwiesprache via E-Mail mit durchaus größerem Zeitversatz stattfindet als der verbal geführte Dialog.

Beispiel 1

> Zitat mit Teilaussage 1  (z.B. Frage)
                           (Leerzeile)
eigener Text               (z.B. Teilantwort 1, sollte nicht eingerückt sein)
                           (Leerzeile)
> Zitat mit Teilaussage 2  (z.B. Frage)
                           (Leerzeile)
eigener Text               (z.B. Teilantwort 2, sollte nicht eingerückt sein)
                           (Leerzeile)

Üblicherweise stellt man dann noch in der ersten Zeile einmalig auf der "Ebene" des entsprechenden Zitatzeichens den vollen Namen des Originalabsenders mit einem Zusatz der Art "schrieb:" (int., engl.: "wrote:") voran (siehe folgendes Beispiel, Zeile 1), um es den anderen "Mitlesern" und sich selbst bei späteren Recherchen zu erleichtern die Frage zu klären "Wer hat hier eigentlich was geschrieben?" - denken Sie einfach an den schon erwähnten Protokollanten und schauen Sie sich das nächste Beispiel an, achten Sie dabei auf die erste Zeile:

Beispiel 2

Käpt'n Blaubär schrieb:
> Zitat mit Teilaussage 1  (z.B. Frage)
                           (Leerzeile)
eigener Text               (z.B. Teilantwort 1, sollte nicht eingerückt sein)
                           (Leerzeile)
> Zitat mit Teilaussage 2  (z.B. Frage)
                           (Leerzeile)
eigener Text               (z.B. Teilantwort 2, sollte nicht eingerückt sein)
                           (Leerzeile)

Mehrfach zitierte Nachrichten - das volle Programm

Aber wie sollte nun die Antwort auf eine Antwort einer Antwort einer Antwort aussehen?

Im Grunde reichen die bisher genannten Regeln und der Gedanke an den Protokollanten schon vollkommen aus, man muss sich lediglich vorstellen, wie soll der arme Kerl die einzelnen Zitate logistisch verwalten?

Nun denne, erstmal beschließt er, jedem Zitierten (bzw dessen Zitaten) eine bestimmte Anzahl an Zitatzeichen (plus Leerzeichen!) zuzuordnen - was die Reihenfolge angeht, ist hier nur "historisch aufsteigend" wirklich sinnvoll - und dann werden am Anfang der Nachricht auf Höhe der Zitatzeichen die einzelnen Autoren einmalig aufgeführt. Liest sich vielleicht etwas kompliziert, aber das nächste Beipiel klärt schon alles auf:

Beispiel 3

Der AK-Online schrieb:
> Käpt'n Blaubär schrieb:
> > Hein Blöd schrieb:
> > > Wusstet Ihr eigentlich: Wenn Blaubeeren rot sind, sind sie noch grün!
> > Ab in die Kombüse, Hein !
> Wenn der andere einen Phaser hat, gehört das Blaubeertörtchen ihm
(Leerzeile)
und hier nun Ihr Kommentar zu dieser tiefsinnigen Diskussion ...

Man sieht also, dass der Absender der Ursprungsnachricht "Hein Blöd" war und "Käpt'n Blaubär" ihn zitierte und gleich mal in die Küche verbannte. Auch der AK-Online konnte es mal wieder nicht lassen seinen Senf dazu zu geben - auch wenn dieser gerade mal wieder in einer ganz anderen Galaxie weilte und dann, na, dann kamen Sie und wussten gar nicht, was Sie zu diesem Stuß beitragen sollten, aber Sie haben ja noch Zeit zu überlegen ...

Kammquotings

Es ist üblich, Zitate aus Vorgängerartikeln durch die Zeichenkombination Zeichen "> " (Zitatzeichen + Lerrzeichen) am linken Rand jeder Zeile zu kennzeichnen. Zitierte Zitate erhalten dann ein "> > " vorangestellt usw.

Dadurch nimmt natürlich die Zeilenlänge mit jeder Zitatebene zu. Ist nun, zb. in Outlook oder Lotus Notes, eine feste Zeilenlänge eingestellt, werden auch zitierte Zeilen gnadenlos umgebrochen und die "überstehenden" letzten Worte gelangen in die nächste Zeile, gefolgt durch den vom Vorgänger übernommenen Zeilenvorschub und dann in der darauffolgenden Zeile wieder so viele Wörter, wie Platz finden.

Es entsteht ein äußerst schwer lesbares Textbild mit abwechselnd langen und sehr kurzen Zeilen, das mit dem Ausdruck "Kammquoting" recht anschaulich beschrieben wird.

Beispiel 4

RICHTIG (kein Kammquoting)

Der AK-Online schrieb:
> Käpt'n Blaubär schrieb:
> > Hein Blöd schrieb:
> > > Wusstet Ihr eigentlich: Wenn Blaubeeren rot sind, 
> > > sind sie noch grün!
> > Ab in die Kombüse, Hein !
> Wenn der andere einen Phaser hat, gehört das 
> Blaubeertörtchen ihm
(Leerzeile)
und hier nun Ihr Kommentar zu dieser tiefsinnigen Diskussion ...

FALSCH (Kammquoting)

Der AK-Online schrieb:
> Käpt'n Blaubär schrieb:
> > Hein Blöd schrieb:
> > > Wusstet Ihr eigentlich: 
Wenn Blaubeeren rot sind,
> > > sind sie noch grün!
> > Ab in die Kombüse, Hein !
> Wenn der andere einen Phaser
hat, gehört das 
> Blaubeertörtchen ihm
(Leerzeile)
und hier nun Ihr Kommentar zu dieser tiefsinnigen Diskussion ...

Gute Mailklienten sind in der Lage, die eingestellte maximale Zeilenbreite zu ignorieren, wenn sie nur wegen der Zitatzeichen überschritten wird.

Kammquotings lassen sich in Outlook und Lotus Notes nur duch Handarbeit vermeiden.

TOFU-Mails

"Antwort"-Nachrichten, denen (meist automatisch) die komplette Originalnachricht angehangen wurde, werden im "Internetjargon" als "TOFU-Mails" (Text Oben Fullquote Unten) bezeichnet und sind überhaupt nicht gerne gesehen in Mailinglisten, da sie nicht nur unnötig viel Traffic verursachen und die Mailboxen der Abonnenten füllen, sondern auch äußerst lästig sind, wenn man mal in einer Mailingliste recherchiert, weil sie unnötig viele Treffer (engl.: matches) erzeugen, die dann alle gesichtet werden müssen.

Vollquottels

Wer TOFU-Mails (siehe oben) an Mailinglisten versendet, wird im "Internetjargon" bisweilen gerne mal als sog. "Vollquottel" beschimpft, wobei sich diese Bezeichnung herleiten läßt aus dem deutschen Wort "Voll", also komplett und "quotation", dem englischen Wort für Zitat.

Sorgenkind Outlook

Das bei Outlook voreingestellte Anhängen der kompletten Originalnachricht ist weder sinnvoll noch Internetstandard (siehe auch TOFU-Mails weiter oben) und führt dazu, dass Outlook-Anwender immer wieder gerne mal als "Vollquottel" (siehe weiter oben) in Mailinglisten beschimpft werden - man kann das aber in Outlook abschalten. Wie das funktioniert, erfahren Sie im Artikel Microsoft Outlook konfigurieren.

Sorgenkind Lotus Notes

Lotus Notes ist von Hause aus nicht so eingestellt, dass man damit E-Mails gemäß den internationalen Standards versenden kann. Wie man die Grundeinstellungen konfigurieren sollte, erfahren Sie im Artikel Lotus Notes konfigurieren.

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